Reiseinformationen

Willkommen auf Teneriffa
Teneriffa ist die größte der Kanarischen Inseln. Sie hat eine Fläche von etwa 2.000 km² und rund 900.000 Einwohner. Das ganzjährig milde Klima lockt besonders Touristen aus England, Deutschland und Skandinavien an ihre Badestrände, gut ausgebaute Wanderwege und malerische historische Städte sind attraktive Ziele. Beliebt ist die Insel außerdem bei Urlaubern vom spanischen Festland, besonders während der Osterzeit

Geschichte

Die ersten Bewohner der Kanaren waren die Guanchen. Dieses wahrscheinlich von den Berbern abstammende Volk hatte eine streng hierarchisch aufgebaute Herrschaftsform, an deren Spitze ein Mencey oder König herrschte. Zur Zeit der ersten Kontakte mit den Spaniern war dies der Mencey Tinerfe, von dem sich der Name der Insel Teneriffa ableitet und nach dem die Inselbewohner heute noch als Tinerfeños bezeichnet werden.

Nach ersten Missionierungsversuchen wurden die Inseln gewaltsam unterworfen, nach dem Sieg der Spanier bei La Laguna im Jahre 1496 wurde die Kultur der Guanchen fast völlig vernichtet. Die Kanaren wurden für die Spanier immens wichtig als Zwischenstation ihrer Schiffe auf dem Weg nach Amerika, auch andere Seefahrer erkannten die strategische Bedeutung dieser Inseln. So versuchte der englische Admiral Nelson 1797 vergeblich, Teneriffa zu erobern.

Eine Blütezeit erlebte Teneriffa während der Aufklärung. Bedeutende Persönlichkeiten wie Alexander von Humboldt besuchten die Insel. Trotzdem konnte sich Teneriffa nicht von der vorherrschenden feudalistischen Gesellschaftsordnung lösen, so dass es erst im 19. Jahrhundert zu Reformen kam.

Die Anfangsjahre des 20. Jahrhunderts waren geprägt von einer fortschreitenden Radikalisierung. 1936 startete General Franco seinen Putsch von Teneriffa aus. Der Spanische Bürgerkrieg erreichte Teneriffa nicht, jedoch wirkte sich die wirtschaftliche Isolierung unter der Diktatur sehr negativ aus. Das einzige Exportgut waren Bananen für das Festland. Nach der Demokratisierung ab 1975 erhielten Teneriffa und alle anderen Inseln des Archipels Autonomie, und der Tourismus gewann immer mehr an Bedeutung.

Übrigens besuchten 1885 zum ersten Mal 350 Touristen aus England die Insel. Sechs Jahre später kamen schon 5.000 Gäste im Jahr, und 2001 waren es 4,8 Millionen.

Flora und Fauna

Viele der auf Teneriffa wachsenden Pflanzenarten sind endemisch, d.h. sie sind nur lokal verbreitet. Dazu zählt die Kanarische Kiefer, der wohl wichtigste Nadelbaum der Kanaren, dessen Nadeln etwa 30 cm lang werden. Bekannt ist auch der Teide-Natternkopf, der nur im Nationalpark Teide vorkommt. Auch der Kanarische Drachenbaum, dessen bekanntestes Exemplar in Icod de los Vinos steht, gehört dazu, ebenso wie zahlreiche kakteenartige Wolfsmilchgewächse im Südwesten der Insel.

Allerdings wurden auch zahlreiche Pflanzen eingeschleppt und gehören heute selbstverständlich zum Bewuchs der Insel. Bekannt ist die kanarische Banane, heute einer der Hauptexportartikel. Sie wurde aus Südostasien angesiedelt, ebenso wie das Zuckerrohr, von dem heute noch verwilderte Reste in den Barrancos heimisch wurden. Beide Pflanzenarten wurden erfolgreich nach Amerika exportiert, dafür kamen aus der Neuen Welt andere Gewächse. Besonders erfolgreich haben sich die Opuntien auf den kargen vulkanischen Flächen verbreitet, ursprünglich wurden sie angebaut als Wirtspflanze der Cochenille-Schildlaus zur Gewinnung von Farbstoffen. Typisch für die Inseln sind auch die kleinen Kartoffeln Papas die mehrmals im Jahr geerntet werden und als Papas con mojo gegessen werden.

Der botanische Garten von Puerto de la Cruz war ein Versuch, fremdartige Pflanzen aus aller Welt anzusiedeln, um sie später nach Europa weiter zu verbreiten.

Sehenswerte Ziele

Der alte Drachenbaum neben einer kanarischen Palme in Icod de los Vinos.

Der Teide, mit 3.718 m Höhe Spaniens höchster Berg und die Kraterlandschaft Las Cañadas. Jacke, lange Hose und evtl. eine Mütze sollten unbedingt mit ins Handgepäck, da es dort auch im Hochsommer sehr frisch und vor allem zugig ist.

Das Teno-Gebirge im Nordwesten mit seiner üppigen Vegetation, bizarren Felsschluchten und dem malerischen Bergdorf Masca. Eine Wanderung durch diese Schlucht (ein Weg: ca. 4,5 km und gut 600 Höhenmeter) ist sehr empfehlenswert. Man kann den Rückweg auf dem Wasser vornehmen und z.B. mit dem Bus nach Masca zurückfahren, falls dort das Auto steht - das will aber vorher geplant sein. Bei einer Schiffsfahrt zum Hafen vorbei an Los Gigantes kann man auf den einen oder anderen Delfin stoßen.

Die malerische Bucht von Puerto Santiago mit dem pechschwarzen Strand, wenige Kilometer nördlich die beeindruckenden Klippen von Los Gigantes

Der bei Surfern beliebte Ort El Médano mit dem felsigen Nationalpark Montana Roja

Der an die Copacabana erinnernde Palmenstrand Las Teresitas nördlich der Hauptstadt Santa Cruz.

Küche
Die einheimische Küche ist als deftig und äußerst schmackhaft zu bezeichnen. Typisch sind die in Salzlake gegarten Kartoffeln (Papas arrugadas), welche mit den Mojo genannten Saucen Mojo verde und Mojo picon serviert werden, daneben Garbanzos (Kicherebsen-Eintopf) usw. Gehen Sie etwas weg von der Küste, und suchen sich die Restaurants aus, wo die Autos der lokalen Arbeiter stehen, und nicht die Touristenbusse. Sie werden begeistert sein, was man Ihnen serviert!

In den Touristen-Zentren ist die Küche sehr stark an den Interessen der Touristen orientiert. Aber auch hier gibt es Oasen, in denen kanarische Küche angeboten wird. Man kann in den Restaurants sehr schöne Tapas bekommen. Wenn man aber wirkliche kanarische Küche genießen möchte, dann muss man in die kleinen Dörfer fahren, die noch nicht von den Touristen überflutet worden sind. Die Verständigung ist oft sehr schwierig, aber das Essen wird zur Belohnung

Aktivitäten

Neben der landschaftlichen Schönheit und Vielfalt bietet die Insel hervorragende Abwechslung bei Aktivitäten. Im Winter kann man zum Teide hochfahren und eine Schneeballschlacht veranstalten, danach in den Süden der Insel zurückkehren und sich am Strand sonnen oder im Meer schwimmen - und das alles im Rahmen von zwei Stunden. Es existieren einige wunderschöne Rundfahrtrouten mit atemberaubender Szenerie. Außerdem sind einige sehr gute Freizeitparks wie der Loro Parque bei Puerto de la Cruz vorhanden.

Mountainbikes und e-bikes sind äußerst empfehlenswert - Bergfitness vorausgesetzt (ansonsten ist die Mitnahme eines billigen Klapprades eine gute Idee) - und werden von den Fluggesellschaften für 20 bis 30 € pro Strecke - nach Voranmeldung mitgenommen. Fast verlustloser Privatverkauf eines preiswerten Gebrauchten (am besten an Dauertouristen) ist mit ein bisschen Talent auch möglich. Bei vielen Bussen kann man die Räder kostenlos im Gepäckfach transportieren - sie sollten relativ robust sein und an vermehrten Kratzern sollte man sich nicht stören. Die Einheimischen machen meist am Wochenende mit ihren Downhill-Rädern Ausflüge auf diese Art und Weise.

Wandern, Klettern, Tauchen, Mountainbike - Angebote organisierter Touren liegen in den meisten Hotels aus.

Sprache

Auf der Insel wird Spanisch gesprochen. In den Touristenzentren kommt man mit Englisch und Deutsch überall gut durch, es gibt Lokale, bei denen die Speisekarte in 10 verschiedenen europäischen Sprachen abgefasst ist.

Anreise

Teneriffa besitzt zwei Flughäfen, Aeropuerto Reina Sofia im Süden, der von den meisten Ferienfliegern angesteuert wird, und Teneriffa Nord, von wo Flugzeuge zu den anderen kanarischen Inseln starten.

Mobilität

Als billigstes Verkehrsmittel gelten die grünen, meist klimatisierten Linienbusse der Transportes Interurbanos de Tenerife S.A.U. (kurz TITSA), hier auf den Kanaren üblicherweise Guagua genannt. Sie fahren jede Ortschaft auf der Insel an und sind, insbesondere mit den praktischen "Bono-Bus"-Sparkarten, sehr günstig, die Fahrten über kleine Ortschaften dauern aufgrund der zahlreichen Zwischenhalte aber selbst bei kurzen Strecken meist recht lang. Zwischen Playa de las Américas und Santa Cruz fahren allerdings Direktbusse (ca. 50 Minuten). Für ganz Bequeme gibt es zu den touristisch interessanten Zielen auch organisierte Ausflüge, angeboten z. B. von Viajes Teide

Für kürzere Strecken kommt man auch mit dem Taxi recht günstig durch die Gegend.

Alle großen und viele lokale Autovermieter sind auf Teneriffa vertreten. Das Straßennetz ist in gutem Zustand, kann in den Bergen sehr eng und kurvig sein (Straße nach Masca im Teno-Gebirge). Benzin ist billiger als in Deutschland (Januar 2013: ca. 1,08 €/l). Bei der Übernahme sollte man den Zustand von Fahrzeug und Bereifung kontrollieren.

Themen- und Freizeitparks holen ihre Besucher kostenlos aus den Touristenzentren ab, die Zubringerbusse fahren oft nur an bestimmten Wochentagen.

Sicherheit

Bewaffnete Kriminalität ist auf Teneriffa kaum ein Problem. In Acht nehmen sollte man sich in den Ballungszentren allerdings vor Taschendieben, auch sollte man Wertsachen nicht offen liegen lassen. Auch der Kauf eines vermeintlich günstigen Ferienhauses auf Teneriffa durch unseriöse Händler sollte unterlassen werden.

Es wird empfohlen, keine Sachen im Auto zu lassen und zusätzlich das Handschuhfach geöffnet zu lassen, um möglichen Dieben zu signalisieren, dass sich etwaige Einbrüche nicht lohnen.

Vorsicht ist auch vor Taschendieben am Strand geboten.

Mittlerweile gibt es auch Bandenkriminalität auf Teneriffa, die vom europäischen Festland importiert wurde. Das Anmieten des Hotelsafes ist auf jeden Fall wichtig. Lassen Sie keine Wertsachen offen im Zimmer liegen, da die meisten Hotels für jeden frei zugänglich sind und die Zimmertüren der Hotels keinen wirksamen Schutz darstellen. Die Notrufnummer ist 112.

Die Policia Local zeigt sehr stark Präsenz, dazu fährt auch die Guardia Civil Streife, gerade an den Brennpunkten, wo sich viele Touristen aufhalten. Das suggeriert zwar Schutz, ist aber in den wenigsten Fällen wirksam. Dazu haben viele Polizisten kaum Fremdsprachenkenntnisse. Benötigt man die Polizei wegen einer Anzeige, sollte man das örtliche Revier aufsuchen. Auch gibt es eine Polizeihotline, die mit Dolmetschern besetzt ist. Hier kann man seine Anzeige sogar telefonisch aufgeben.

Klima

Inselklima allgemein

Es gibt auf Teneriffa kein einheitliches Klima. Die Lage der Insel im Atlantik und die Höhe ihrer Berge sind dafür verantwortlich, dass auch auf relativ engem Raum unterschiedliche Witterungen herrschen. Teneriffa weist wie alle anderen Inseln des Kanarenarchipels ganzjährig milde Temperaturen auf. Zum einen ist daran die Temperatur des umgebenden Meeres verantwortlich. Das Wasser des Atlantiks hat in diesen Breiten eine Temperatur, die zwischen 18°C im Februar/März und 23°C im August/September schwankt und damit ganzjährig ein Baden im Meer ermöglicht. Zum anderen sind dies die Passatwinde. Diese Winde haben ihren Ursprung im Azorenhoch, das sich im Winter über Madeira befindet, im Sommer jedoch weiter nach Norden zu den Azoren wandert. Dann haben die Passatwinde auch genügend Platz, um sich bis Teneriffa mit Atlantikwasser vollzusaugen. Während sie nachts von der Insel ferngehalten werden, ziehen sie tagsüber bis an das Teidemassiv heran. Es bilden sich in etwa 1.000 bis 1.500 m Höhe Wolken, die beim Kontakt mit den dortigen Lorbeer- und Kiefernwäldern zu feinem Nieselregen kondensieren. Dieser Umstand bringt in den sonst ausgesprochen trockenen Sommermonaten der Landwirtschaft auf der Nordseite der Insel entscheidende Vorteile. Er ist aber auch dafür verantwortlich, dass der Südwesten der Insel ein wärmeres und trockeneres Klima hat als der Nordosten.

Das Anaga-Gebirge im Nordosten der Insel liegt nur wenige Kilometer von der pulsierenden Hauptstadt entfernt. Man taucht in eine andere Welt mit dichtem Lorbeer-Urwald, vielen spektakulären Aussichtspunkten, grünen Wiesen und einer an Nordamerika oder die Alpen erinnernden Landschaft, in der an einigen wenigen Stellen Menschen noch in Höhlen wohnen wie zur Zeit der Guanchen.

Der Bergrücken Cumbre Dorsal, auf dem man von der Nordostspitze der Insel bis zum Teide fast alle Vegetationszonen der Erde durchquert. Zahlreiche Aussichtspunkte ermöglichen atemberaubende Blicke über die Insel und Fernblicke zu den übrigen Inseln der Kanaren.